Integrative Pneumatische Schmerzzonen- und Bindegewebsmassage (IPS)®
Seit nunmehr 39 Jahren beschäftige ich mich mit den verschiedenen Massage- und Reflexzonentherapien sowie Ausleitungsverfahren wie Schröpfen u. a. Die Bindegewebsmassage erlernte ich Anfang der 70er Jahre während meiner Ausbildung bei Christel Heidemann, einer Schülerin von Dr. Teirich-Leube. Seit dieser Zeit gibt es keine bemerkenswerten neuen Erkenntnisse oder Weiterentwicklungen bei der BGM, geschweige denn irgendwelche klinischen Studien. Ungeachtet dessen habe ich sie wegen der überzeugenden Wirkung immer wieder in meiner Praxis durchgeführt.
Nachdem ich vor einigen Jahren die Pneumatische Pulsationstherapie (PPT) nach Deny ® mit dem Pneumatron in meiner Praxis für Schmerztherapie einsetzte, wurde schnell klar, dass damit bestimmte „manuelle“ Techniken auf einfache und elegante Art kombinierbar waren und der Behandlungsverlauf durch die spezielle Wirkung der Pulsation wesentlich verkürzt werden kann.
Überraschenderweise zeigte sich auch, dass mit dem Pneumatron und einer speziellen Saugglocke genau die Effekte zu erzielen sind, die für die BgM charakteristisch sind. Durch die stufenlose Einstellung der Intensität kann exakt das typische „Schneidegefühl“ erreicht werden, das für die reflektorische Wirkung entscheidend ist und von den Patienten durchweg als sehr angenehm empfunden wird. Wesentlich geringer als bei der „manuellen BGM“ ist der Zeit- und Arbeitsaufwand. Auf einen starren Behandlungsaufbau wird verzichtet, um so ein individuelles Vorgehen je nach Therapie zu ermöglichen. Aus diesen Erkenntnissen und Erfahrungen entstand unter der Bezeichnung IPS® ein komplexes und praxistaugliches Behandlungskonzept.
Die Pneumatische Bindegewebsmassage (P-BGM) ist ein wesentlicher Bestandteil von IPS®, hinzu kommen jedoch die Behandlung muskulärer Schmerzzonen und Triggerpunkte (Marnitz, Kohlrausch, Travell & Simons) sowie ausgewählter Akupunkturpunkte und je nach Indikation auch Elemente der Lymphdrainage mit der PPT.
Indikationen von IPS®
- Kopfschmerzen verschiedener Genese, insbesondere Migräne
- Spastische Gefäßerkrankungen, Lymphstauungen
- Asthma bronchiale
- Funktionelle Oberbauchbeschwerden (Reizdarm, Obstipation, Störungen im Gallesystem)
- Dysmenorrhoe
- Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS)
- Erkrankungen des Bewegungsapparates
(HWS-LWS-Syndrom, Epicondylopathia humeri radialis, Achillodynie, Coxarthrose, Gonarthrose,
Spraspinatus-Sehnen-Syndrom)
- Tinnitus und Schwindel
- Gewebs- und Muskeltraumen wie Sportunfälle, Zerrungen und Prellungen
- Depressive und Neurozirkulatorische Dystonie
Der Erfolg der Therapie ist abhängig von der Behandlung möglichst aller aktiver Störzonen in den verschiedenen Gewebsschichten. Das notwendige Know-how wird in den IPS®-Kursen vermittelt. Vorteilhaft sind Grundkenntnisse in Palpationstechniken, BGM, klass. Massage, LD, Akupunktur und Schröpfen, diese werden jedoch in Theorie und Praxis wiederholt.Die praktische Anwendung wird indikationsbezogen in kleinen Gruppen geübt und kann danach sofort in der Praxis umgesetzt werden. Die Teilnehmer können so auch neue, ungewohnte Techniken an sich selbst erfahren.
Inzwischen haben ca. 200 Therapeuten (Ärzte, Physiotherapeuten, Masseure, Heilpraktiker, med. Fachpersonal) aus Deutschland und der Schweiz diese Methode in ihre Arbeit integriert.
Bleibt zu hoffen, dass IPS® auch ein wenig dazu beiträgt, die BGM aus ihrem Schattendasein herauszuführen.