Nasenpolypen: Ursachen und Risikofaktoren
Quelle: Netdoktor Newsletter vom 08.08.2017
Polypen in der Nase sind Wucherungen, die von einer anhaltend entzündeten Nasenschleimhaut ausgehen. Unter dem Mikroskop sieht man Flüssigkeitseinlagerungen und körpereigene Entzündungszellen. Der genaue Entstehungsmechanismus ist noch unbekannt. Ein Nasenpolyp wächst meist aus einer der Nasennebenhöhlen heraus in die Nasenhaupthöhle. Hauptsächlich entstehen die Nasenpolypen in der Kieferhöhle (Sinus maxillaris) oder den Siebbeinzellen (Cellulae ethmoidales). Sie treten aus den Ausführungsgängen aus und liegen meistens im mittleren Nasengang unter der mittleren Nasenmuschel.
Häufige Ursache für die Bildung von Nasenpolypen ist eine Neigung der Schleimhaut zu Entzündungen (Disposition). Als Risikofaktoren für die Entstehung von Polypen in der Nase gelten:
- Allergie gegen Schmerzmittel
- Asthma
- Bronchitis
- Kartagener-Syndrom (seltene Erbkrankheit mit den Symptomen Nasenpolypen, spiegelbildlicher Anordnung der Organe, Aufweitungen der Bronchien )
- Mukoviszidose (auch zystische Fibrose)
Nasenpolypen: Untersuchungen und Diagnose
Um Nasenpolypen zu diagnostizieren, befragt Sie Ihr Arzt zunächst ausführlich zu Ihrer Krankheitsgeschichte ( Anamnese ). Dazu stellt er Ihnen unter anderem folgende Fragen:
- Bekommen Sie durch Ihre Nase gut Luft?
- Leiden Sie häufiger an Entzündungen der Nasennebenhöhlen?
- Läuft Ihnen häufig die Nase?
- Leiden Sie an Asthma oder Bronchitis?
Bei der Untersuchung spiegelt der Arzt zunächst die Nase. Dabei führt er eine kleine trichterförmige Zange in ein Nasenloch ein und leuchtet mit seiner Stirnlampe hinein. Er beurteilt das Aussehen der Nasenschleimhaut und kann erkennen, ob in der Nasenhaupthöhle Polypen sind. Außerdem kann die hintere Nase untersucht werden, indem ein Spiegel in den Mund eingeführt und nach oben in den Rachen gerichtet wird.
Eine weiterführende Untersuchung ist die sogenannte Endoskopie. Dazu führt der Arzt einen kleinen Schlauch mit einer Kamera in die Nase ein. So kann er die Ausführungsgänge der Nasennebenhöhlen begutachten und eventuelle Polypen feststellen. Zusätzlich können mithilfe einer Computertomografie (CT) die genauen Ausmaße der Polypen bestimmt werden. So kann der Chirurg später eine mögliche Operation besser planen.
Welche Krankheiten kommen noch infrage?
Meistens treten Nasenpolypen beidseitig auf. Sind sie ausschließlich einseitig vorhanden, wird meist unter örtlicher Betäubung eine Gewebeprobe entnommen und im Labor untersucht. Dabei wird festgestellt, ob es sich um Polypen oder eine andere Art von Wucherung handelt. Grundsätzlich muss ein Arzt Nasenpolypen von anderen möglichen Krankheiten abgrenzen. Dazu zählen:
- Meningoenzephalozele (Vorfall von Gehirngewebe, häufig angeboren)
- Juveniles Nasenrachenfibrom (Geschwulst im Nasenrachen, hauptsächlich bei männlichen Jugendlichen)
- Papillom oder Plattenepithelkarzinom der Nase (andere Geschwülste der Nase)
- Aspergillom (Schimmelpilzbefall)
Was Sie selbst tun können
Wenn Sie an Polypen in der Nase leiden, sollten Sie auf eine regelmäßige Nasenpflege achten. Dazu zählen Inhalationen und Salzwasser-Nasenduschen. So wird die Schleimhaut der Nase angefeuchtet, mögliche Krankheitserreger wie zum Beispiel Bakterien können herausgespült werden und das Risiko, an einer Nasennebenhöhlenentzündung zu erkranken, sinkt. In der Alternativmedizin kommt bei Nasenpolypen auch die Homöopathie zum Einsatz. Lassen Sie sich von einem Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten beraten, mit welchen Mitteln Sie Ihre Nasenschleimhaut unterstützen können.




